Wer oder was ist Mümmelken?

Donnerstag, 24.10.2024

Wer oder was ist Mümmelken und wo hat man den besten Überblick über die gesamte Insel?

Zwei spannende Fragen, die wir gelöst haben.

Aber der Reihe nach. Schon gestern hatten wir entschieden, eine Wanderung durch den Küstenwald hinter Bansin zu machen. An der Waldstraße, direkt neben der allseits bekannten Kita Kunterbunt, wollten wir starten. Ging nicht, weil der Weg wegen Baumfällarbeiten gesperrt war. Also mussten wir einen Umweg um die Kirche am Waldrand gehen, um an einer anderen Stelle zum Wanderweg zu gelangen.

Übrigens hat genau selbige Runde schon Christian mit Familie gedreht und tatsächlich im Netz darüber geschrieben, wie ich zufällig bei meinen Recherchen am frühen Morgen herausfand.

Diese Wanderung führt durch einen herrlich herbstlich bunten Buchenwald zum Naturschutzgebiet Mümmelkensee. Mitten darin versteckt sich ein See. Doch Vorsicht! Was hier so idyllisch zwischen den Bäumen liegt, kann gefährlich werden. Denn der Mümmelkensee ist nicht einfach nur ein See mitten im Wald. Er ist der Restsee eines Hochmoores, das sich genau hier befindet.

Dieses wurde nie entwässert oder wirtschaftlich genutzt und ist daher unberührt erhalten geblieben. Spätestens wenn man in unmittelbarer Nähe ist, spürt man den Boden unter den Füßen schwingen. Zudem erfuhren wir an den aufgestellten Tafeln, dass es hier eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt gibt. Auch fleischfressende Pflanzen wie den Sonnentau. Lebermoose, Wollgräser und Sumpfporst wachsen hier ebenfalls.

Seinen Namen hat der See übrigens von der Gelben Teichrose, plattdeutsch Mümmelken. Er wird jedes Jahr kleiner, weil er vom Ufer aus zuwächst. Seine Torfschicht ist im Inneren um die 15 m dick.

Vögel wie Eisvogel, Kraniche, Graugänse und Zwergtaucher sind hier zu Hause, jetzt jedoch eher nicht zu finden.

Der Rückweg nach Bansin erfolgt eigentlich auf einem Hochuferweg oberhalb des Kliffs am Langen Berg. Wir machten jedoch noch einen kleinen Umweg in Richtung Ückeritz, um den nächsten Abstieg zum Strand zu nutzen und unsere Wandertour mit einer Strandwanderung zu kombinieren. Zurück in Bansin, nahmen wir den nächsten Bus nach Heringsdorf – mit einem Fischbrötchen in der Hand. Ist im Bus normalerweise nicht erlaubt, war aber nötig.

Unsere nächste Station war der Baumwipfelpfad. Für schlappe 24 € durften wir rauf. Die Länge des Baumwipfelpfades beträgt 1350 m, die Pfadhöhe 23 m. Es gibt Lernstationen, die Wissenswertes über die lokalen Baumarten, Flora und Fauna der Insel Usedom und deren Geschichte bieten. Bei den Erlebnisstationen gilt es, in luftiger Höhe Balancierbalken oder Wackelelemente zu überwinden. Das war alles machbar. Selbst auf einem Netz spazieren zu gehen, musste ich mir gönnen.

Und man hat von hier oben einen herrlichen Rundumblick über alle Kaiserbäder bis nach Swinemünde und weiter.

Der Bus brachte uns dann umgehend zurück zu unserem Quartier.

Nach dem langen Tag an der frischen Luft mit vielen Eindrücken gab es zum Abendessen den Klassiker Lachsgratin, dazu frischen Möhrensalat und zum Abschluss ein Tiramisu.