Montag, 11. August 2025
Heute war mal kein Wandertag, deshalb ging es noch einmal in Richtung Schwarzenberg. Am Samstag hatten wir diese Gegend schließlich nur vom gegenüberliegenden Aussichtsturm und damit aus der Ferne in Augenschein genommen.
Den ersten Halt machten wir in dem Ortsteil Lauter, bekannt durch die dort seit 1734 ansässige Likörmanufaktur „Lautergold“. Seit Generationen werden hier hochwertige Liköre und Schnäpse aus regionalen Naturrohstoffen hergestellt. Im zugehörigen Spirituosenmuseum können Besucher die Kunst der Destillation erleben und mehr über die Geschichte des Unternehmens erfahren. Zudem werden alle Produkte in einer Verkostung angeboten. Da Heiko bekanntlich der Fahrer ist, durfte ich so manchen Tropfen Alkohol durch meine Kehle fließen lassen. Einige Liköre sind mir durchaus noch aus meiner Kinder- und Jugendzeit bekannt. Stülpner-Karl gab seinen Namen für einen Kräuterlikör und auch die „Lauterer Luft“, ein Kaffeelikör, ist mir noch in Erinnerung. Selbst die „Wilde Sau“ ist noch unterwegs.

Ein paar Kostproben wanderten dann heimlich, still und leise in einen Karton und direkt ins Auto. Übrigens gibt es auch einen Online-Shop, über den man Nachschub erwerben könnte. Sogar Punsch für die kalte Jahreszeit.
Zu erwähnen ist noch, dass 1954 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die gesamte Fussballmanschaft des FC Lauter nach Rostock verfrachtet und so der Grundstein des FC Hansa Rostock gelegt wurde.
Ansonsten gab es in dem Ort Lauter-Bernsbach, wie er seit dem Zusammenschluss beider Ortsteile im Jahr 2013 richtig heißt, nichts zu entdecken.
Weiter fuhren wir dann nach Schwarzenberg, wo zu DDR-Zeiten unsere Waschmaschinen, auch meine WM 66, produziert wurden. Klar, dass diese Produktionsstätte keine Überlebenschance bekam. Immerhin waren MIELE, SIEMENS und wie sie alle heißen schon lange auf dem Markt und wollten ihren Verkaufsradius auch auf die Kolonien, die neuen Bundesländer, ausdehnen. Ja, auch bei mir arbeitet seit Jahren eine Miele-Maschine.
Nur am Rande, heute hat sich auch PORSCHE in Schwarzenberg angesiedelt. Wer von den Normalbürgern unserer Länder braucht so ein Auto?
Schwarzenberg wird auch liebevoll die „Perle des Erzgebirges“ genannt. Erz- und Zinnfunde zogen einst tausende Menschen ins Westerzgebirge und machten Schwarzenberg zum wohlhabenden Zentrum der Region. Über 850 Jahre reicht die Geschichte der Stadt nun zurück, deren Silhouette das markante Duett aus Sankt-Georgen-Kirche und Schloss Schwarzenberg bildet.





Herrliche kleine Straßen in der denkmalgeschützten Altstadt laden zum Bummeln ein. Direkt neben einer historischen Brunnenanlage mitten im Ort wurde ein ehemaliges Trafohäuschen in der Turmkuppel mit einem Meißner Glockenspiel versehen. Es besteht aus 37 Glocken, deren Klang man 4x täglich genießen kann. Sehr imposant ist auch das Rathaus.
Das Eisenbahnmuseum, das Besucherbergwerk Pöhla und auch die Waldbühne besuchten wir diesmal nicht.
Nach einem schönen Tag gab es heute ein leichtes Abendessen. Tarator, überbackenen Schafs- bzw. Ziegenkäse und Bruschetta. Ein Glas Merlot schmeckte vorzüglich dazu.

