Ein Aussichtsturm und ein ehemaliges Zisterzienserkloster

Samstag, 09. August 2025

Auch heute funktionierte der Brötchenservice perfekt. Der Kuchen entsprach jedoch nicht ganz den Vorstellungen meines Mannes.
Es fällt übrigens unterwegs immer wieder auf, dass es in den Städten noch private Bäcker gibt. Bei uns sind diese fast vollständig verschwunden und durch Filialen von Großbäckereien ersetzt worden.

Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst noch einmal einkaufen, ein Sonntag steht schließlich bevor und wir könnten ja verhungern. 🤣 So ein Quatsch, denn der Kühlschrank war voll. Allerdings muss es ja immer noch etwas Besonderes sein. 🤷‍♀️

Wir fuhren nach dem Auspacken bei noch immer grauem Himmel zunächst über Aue nach Lößnitz, dem damaligen Produzenten der DDR-Jeans.

Weiter ging es in Richtung Schwarzenberg, wo wir bei Grünhain-Beierfeld den „König-Albert-Turm“ besteigen wollten. Es ist ein ganz besonderer Aussichtsturm auf dem Spiegelwald in Höhe von 728 Metern. Der frühere sächsische König selbst legte im Jahre 1880 den Grundstein für diesen Turm. Auch wenn der Turm seither mehrfach verändert wurde, so ist eines immer geblieben – der faszinierende Rundblick auf den Erzgebirgskamm und weite Teile Sachsens. Bequem und schnell gelangt man als Besucher zur Aussichtsplattform in 31,5 Meter Höhe. Ein behindertengerechter Aufzug ermöglicht Turmbesuche für Jung und Alt. Oder aber man steigt 180 Treppenstufen hinauf und hofft, sich nicht zu verzählen. Oben angekommen, wurden wir mit beeindruckenden Ausblicken belohnt. Das herrliche Panorama reicht vom Fichtelberg bis zu den Höhenzügen des Vogtlandes. Leider war die Sicht nicht gut genug, um sogar noch die Silhouette des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig zu entdecken. Ein kleiner Mann im Ohr, den übrigens jeder Besucher erhielt, erklärte uns dies und eine im Turm befindliche Ausstellung ausführlich.

Von da aus ging es weiter in den Ort Grünhain, wo wir uns die Überreste des ehemaligen Klosters ansehen wollten. Das Kloster Grünhain war eine Zisterzienserabtei, die von 1230 bis 1536 bestand und heute nur noch in Ruinen erhalten ist. So hatten wir es in Prospekten gelesen und erwarteten soetwas wie in Eldena bei Greifswald. Aber nein, wir fanden ein marodes und allmählich verfallendes Haupthaus direkt an der Ortsdurchfahrt vor. Dahinter erstreckt sich ein größeres Klostergelände, umrundet von der original erhaltenen 1,4 km langen Klostermauer, dem Langschuppen (Kornhaus des Klosters) und dem Fuchsturm. Im Park steht auch noch der Klosterbrunnen.

Auf dem Rückweg besichtigten wir noch eine überdachte Holzbrücke für Fußgänger über die Zwickauer Mulde. Tatsächlich hat man sich vor ca. 300 Jahren darüber Gedanken gemacht, wie man trockenen Fußes auf die andere Seite des Flusses gelangt. Auch ein beeindruckendes Bauwerk.


Von dort ging es direkt zum Ferienhaus zurück. Wir freuten uns schon auf die im Schatten liegende Terrasse, die Sonne hatte sich dann mittags doch durch die Wolkendecke gekämpft und wieder richtig Fahrt aufgenommen.

Gleich gibt es das Abendessen. Heute Paprika-Rahm-Geschnetzeltes mit Kroketten und Salat. Dazu ein Glas Wein.