Durch den Hartensteiner Wald

Sonntag, 10. August 2025

Ein kleines Tiefdruckgebiet bescherte uns heute Morgen Kühle und reichlich Wolken. Also beste Voraussetzungen für die nächste Wanderung.

Bei einem ausgiebigen Frühstück wurde die Marschroute besprochen. Nicht ahnend, dass alles anders kommen würde.

Zunächst fuhren wir zur Schlossruine Hartenstein, um sie nun endlich auch aus der Nähe zu betrachten. Vorbeigefahren sind wir dort schon mehrfach.

Kommen wir zur Geschichte dieser Anlage. Vermutlich mit Beginn der bäuerlichen Besiedlung des Erzgebirges Mitte des 12. Jahrhunderts wurde auf einem Felssporn über dem Thierfelder Bach eine Wehranlage errichtet. Sie hatte die Aufgabe, sowohl das Gebiet zu erschließen und zu verwalten, als auch die vorbeiführende Salzstraße nach Böhmen zu betreuen. Die Anlage wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert, um- und ausgebaut. Viele geschichtliche Ereignisse nahmen ihren Lauf.
Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage schließlich zu einem bequem bewohnbaren Schloss umgebaut.
In den letzten Kriegstagen 1945 verschanzten sich Wehrmachts- und SS-Einheiten im Hartensteiner Wald, worauf das Schloss durch amerikanische Bomben am 20. April 1945 fast vollständig zerstört wurde.
Was an Gebäuden des äußeren Schlosshofes noch übrig blieb, wurde nach dem Krieg zu Wohnzwecken genutzt.

Seit 2001 bemüht sich ein Förderverein um den Erhalt und die Nutzung der Schlossruine. Alles vergleichbar mit unserer Kloster-Schlossanlage in Dargun. Jedoch ist hier das Gelände normalerweise nicht öffentlich zugänglich, nur zu wenigen Veranstaltungen.

Zum Glück gab es gestern in Sachsen die Einschulungen und zum Glück werden diese „als kleiner Bruder einer Hochzeitsfeier“ gefeiert. So trafen wir auf dem Gelände eine große Familie an, die zu diesem Anlass (gleich drei Einschulungen innerhalb der Familie) besagtes Terrain gemietet und dort ein riesiges Fest veranstaltet hatte. So gestattete uns eine der Muttis, uns umzuschauen, während sie mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren.

Während unserer Unterhaltung mit ihr empfahl sie uns einen Wanderweg, den wir unbedingt einmal gehen sollten.
Wir haben nicht lange überlegt, „Komoot“ gefragt und unseren eigentlichen Plan über den Haufen geworfen.

So wurde es eine etwas größere Runde von Burg und Schloss Stein an der Zwickauer Mulde entlang, vorbei am Muldewehr, das wenig Wasser führte, bis zu einem Parkplatz. Dort im Hartensteiner Wald steht ein Wismut-Bergbau-Denkmal.

Daran vorbei führte der Weg uns mit einer enormen Steigung zum Forsthaus. Die Gaststätte, in die wir nicht einkehren wollten, war total überfüllt und wir hätten, um Plätze zu bekommen, wenigstens eine Stunde warten müssen.

Zum Glück haben wir ja immer ausreichend Proviant dabei, der gleich nach der in der Nähe des Forsthauses befindlichen Prinzenhöhle (ein mittelalterlicher Bergwerksstollen, der auf einer Länge von 18 m begehbar ist) verzehrt wurde. Im Wald ist es ohnehin viel idyllischer als auf einer überfüllten Terrasse.


Weiter ging der Weg entlang des Tieftalbaches. Ein herrlich gelegener Rastplatz mit Kneipp-Wassertretbecken lud zum Verweilen ein. Tatsächlich hatten wir bis dahin unsere Füße heißgelaufen und noch einmal etwas mehr als 2 km vor uns. Die schafften wir aber auch noch.

Am Marktplatz in Hartenstein entdeckten wir ein Café, welches zu unserem auserwählten Ziel wurde.
Ein Stück Himbeer-Schoko-Torte für Heiko und ein Stück Mango-Buttermilch-Torte für mich ließen wir uns bringen. 🤦‍♀️ Warum nur hatten wir uns vorher so geschunden?

Gestärkt ging es zum Ferienhaus zurück.

Als Abendessen serviert der Koch ein Lachs-Sahne-Gratin mit Kartoffeldrillingen und einem Salat. Dazu ein Glas gut gekühlten Weißwein. Es ist (wie immer) für alles vorgesorgt.