Freitag, 11. August 2023
Da sich heute zunächst wieder einmal das Einheitsgrau durchgesetzt hatte (trotz gegenteiliger Wettervorhersage), legten wir einen Faulenzertag ein. Unsere Neugier führte uns noch einmal nach Kappeln, wo wir uns Dinge ansehen wollten, die wir bei unserem letzten Besuch wegen der Flucht vor dem Sturm nicht besuchen konnten.
Unser erstes Ziel war die Mühle Amanda, die höchste Windmühle Schleswig-Holsteins mit angeschlossenem Sägewerk. Viel Zeit zur Besichtigung der Mühle war nicht, da die ansässige Touristinformation über Mittag schließt. Naja, die Ausstellungsfläche und das ebenfalls in der Mühle befindliche Trauzimmer (etwas sehr unromantisch) nahmen wir im Sturmschritt. Auch ein kurzer Blick von der Mühlengalerie über Kappeln und die Schlei war uns vergönnt.





Von der Mühle aus begaben wir uns in Richtung Altstadt. Vorbei am Polizeigebäude ging es in die heute nicht so überfüllte Geschäftsstraße.

Hinter der Sankt Nikolai-Kirche öffnet sich nach wenigen Schritten einer der schönsten Plätze Kappelns. Er ist umsäumt von Rosen und Fachwerkhäusern. Eine alte Steinstiege führt hinunter zum Hafen.





Vom Hafen aus beobachteten wir die Öffnung der Klappbrücke („immer um viertel vor“), durch die zahlreiche größere und kleinere Schiffe ihre Reise in beide Richtungen fortsetzten.



Vorbei am Fischerdenkmal ging es auch zum Bahnhof der Museumsbahn, die wir an einem unserer Wandertage schon gesehen hatten.

Gegen 15.00 Uhr kam dann endlich die Sonne heraus. Genau rechtzeitig, denn wir befanden uns auf dem Weg nach Arnis.
Mit nur 264 Einwohnern und einer Fläche von 0,45 Quadratkilometern ist sie die kleinste Stadt Deutschlands (wohl auch der ganzen Welt). Sie wird von den Einwohnern „Perle der Schlei“ genannt. Deshalb kehrten wir auch zum Kaffee in die „Schleiperle“ direkt am Wasser ein.



Tatsächlich fühlten wir uns in vergangene Zeiten versetzt, als wir durch die wenigen Straßen mit den niedrigen und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern schlenderten. Viele davon haben die typischen „Utluchten“, Fenstervorsprünge, in denen oftmals Schiffsmodelle standen. Vor den Häusern blühen fast überall Rosenstöcke. Linden säumen die Allee, die von einem zum anderen Ende der Stadt führt. Um die Stadt herum führt ein Rundweg vorbei an Werften, der Fähre (die natürlich auch nicht fährt), Anlegeplätzen und einer Badestelle.




Da wir wieder alles fußläufig erkundeten, erreichten wir auch heute die mindestens erforderliche Schrittzahl von 10000 Schritten.
Also können wir uns ein italienisches Abendmahl schmecken lassen.
