Sie fahren Fahrrad

Mittwoch, 7. Juli 2021

… und das ganz ohne Verkehrsregeln bzw. auch wenn es sie eigentlich gibt, man bekommt schnell den Eindruck, das Ziel ist wichtiger als die Vorsicht im Straßenverkehr.

Und so wurden wir nicht nur einmal fast von den vielen Fahrradfahrern, die in der ganzen Stadt ständig unterwegs sind, über den Haufen gefahren. Währenddessen, und es ist fast egal in welchem Stadtteil man ist, ein leichter Hauch von Haschisch liegt ständig in der Luft.

Nachdem wir also das Auto am Stadtring abgestellt hatten und mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof gefahren sind, beginnt unser Tag in Amsterdam. Natürlich starteten wir mit einer Bootsfahrt durch die Grachten.

Vom Damrak, dem ehemaligen Hafen Amsterdams, geht es unter vielen Brücken hindurch bis zur Heren- und Keizergracht, schließlich sogar auf die Ij hinaus. Unterwegs erfährt man, dass Amsterdam schon im 12. Jahrhundert aus ersten Siedlungen von einfachen Fischern entstanden ist. Der erste Damm über die Amstel, die noch heute durch die Grachten fließt, verschaffte der Stadt dann ihren heutigen Namen. Amsterdam liegt nicht nur zu großen Teilen unter dem Wasser, eine ständige Bedrohung, der man nur durch Dämme, den Grachten und Schleusen entgehen kann, sondern auch auf sehr weichem Boden. Viele der alten Häuser, ob von Kaufmann, Handwerker oder einer der vielen Speicher entlang der Grachten, sind deswegen bedrohlich in verschiedene Richtungen geneigt. Zur Befestigung wurden allein für einen Häuserblock viele tausende Holzstämme in den Boden gerammt.

Zurück im Damrak und am Hauptbahnhof verschlägt es uns dann in Amsterdams natürlichstes Viertel, dem Jordaan. Zwischen vielen Wohnhäusern, die heute von Studenten und Künstlern bewohnt werden, finden sich kleine Restaurants und Cafés sowie Ateliers und Lädchen mit allerhand Kram. Hier haben wir auch einen Kiosk mit guten Pommes und ein Cafe mit den holländischen Poffertjes, also kleinen Pfannkuchen, gefunden.

Durchstreift man das Viertel, überquert man nicht nur viele Brücken, sondern kommt auch am Anne-Frank-Haus vorbei.

Zurück in der Binnenstad landeten wir mehr oder weniger unverschuldet im städtischen Rotlichtviertel. Während die typischen Roten Laternen zwar schon leuchteten, waren aber am frühen Nachmittag noch die meisten Lokalitäten samt den angebotenen Dienstleistungen geschlossen.

Diese Stadt ist übrigens nichts für schwache Blasen. Öffentliche Toiletten haben wir nur auf den Bahnhof gefunden.

Gegen 16 Uhr ging es dann wieder Richtung Heimat.

Am Abend waren wir noch zum Dinner im Restaurant „Deichkrone“ am nahen Speichersee.