Auf den Spuren von Heinrich Heine

Sonntag, 11. August 2024

Den heutigen Sonntag wollten wir eigentlich etwas ruhiger angehen und fuhren deshalb in den Nationalpark Harz. Genau genommen ging es in den am Nordharz gelegenen Luftkurort Ilsenburg.

Oberhalb des Ortes befindet sich das Ilsetal, welches als eines der schönsten Täler des Harzes gilt.

Und wirklich: Auf Schritt und Tritt begegnen dem Wanderer wunderbare Natureindrücke, denen schon Heinrich Heine 1824 in seiner „Harzreise“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Ein Gedenkstein kurz vor den malerischen Ilsefällen erinnert daran.

Der Heinrich-Heine-Weg führt direkt an dem Gebirgsfluss Ilse entlang. Die Ilse hat eine Länge von 40 Kilometern und entspringt etwa 2 Kilometer südöstlich des Brockengipfels. Die Quelle befindet sich auf etwa 960 Metern Höhe. Den Namen erhielt die Ilse, wie sollte es auch anders sein, einer alten Legende zufolge von einer gleichnamigen Prinzessin, welche sich hier in die reißenden Fluten stürzte bzw. gestürzt wurde.

Der zunächst kleine Gebirgsbach wird auf seinem Weg ins Tal durch keinerlei Staustufen aufgehalten und gehört damit zu den wenigen noch beinahe vollständig naturnahen Flüssen im Harz. Auf ihrem weiteren Weg durch das tief in den Fels eingeschnittene Ilsetal ist sie aber eher ein laut hörbarer reißender Fluss. Sie mündet später in die Oker und kommt irgendwann auch in der Nordsee an.

Besonders reizvoll sind die langgestreckten und kaskadenförmigen Ilsefälle. Es ist eine Aneinanderreihung einer Vielzahl kleiner Wasserfälle. Herrliche Fotomotive, von vielen Wanderern aber auch genutzt, die heißgelaufenen Füße abzukühlen.

Uns begegnete in der Nähe der oberen Wasserfälle tatsächlich auch eine kleine Waldeidechse, die sich auf einem Baumstamm sonnte.

Da wir vom Tal aus zu den oberen Fällen liefen, wirklich aber immer mehr wanderten und sogar teilweise auch kletterten, wären für unseren anfänglich lax benannten „Spaziergang“ wohl doch eher Wanderklamotten und die Ausrüstungen von Denise und Matti angebracht gewesen. 🤔 😃

Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, kann viel entdecken. So war auch auf unserem heutigen Wanderweg wieder deutlich die Auswirkung des Klimawandels erkennbar. Riesige Flächen abgestorbener Fichten und inzwischen auch anderer Baumarten. Trockenheit, Borkenkäfer und Co schlagen überall erbarmungslos zu.

Aber auch verschiedenste andere Pflanzen machen auf sich aufmerksam. Pilze und ein schon jetzt mit der „Blauen Blume der Hoffnung“ geschmückter Tannenbaum standen am Wegesrand.

Auf dem Rückweg, wir hatten immerhin ungeplant 13 Kilometer zurückgelegt, gab es ein Käffchen und ein Stück Kuchen im Waldhotel Ilsenburg. Dann ging es heimwärts.

Zum Abendessen wurde gegrillt. Lammlachs für die Dame, Schweinesteak und Hähnchenspieß für den Herren.