Sonntag, 4. August 2024
Es kommt leider immer anders, als man denkt. Morgens lachte Clärchen und wir bereiteten alles für den heutigen Tagesablauf vor. Dann zogen erste Wolken auf und aus der geplanten Wanderung nach Todtenrode wurde schon eine Ausfahrt mit dem Auto.
Empfohlen hatte meine Kosmetikerin nämlich diesen Ort, in dem es eine weit über die Grenzen des Harzes bekannte Waldgaststätte mit sehr guter deutscher Küche gibt. Gemeint ist das „Alte Forsthaus“, eine charmante Pension mit Restaurant und Biergarten. In gemütlicher Atmosphäre kann man einfach nur entspannt genießen und sich wohlfühlen. Originelle Holzschnitzereien und Tierstatuen findet man in dem und rund um das Haus. Das Essen, Rinderroulade mit Rotkohl, war wirklich sehr schmackhaft und machte richtig satt.


Das animierte uns dazu, die Füße doch noch zu vertreten und zum Aussichtspunkt „Böser Kleef“ zu laufen. Dieser liegt auf einer Klippe oberhalb von Altenbrak und wurde einst als Schutzhütte errichtet. Von dort bietet sich ein wunderbarer Blick auf unseren Urlaubsort und die umliegenden Wälder. Allerdings sahen wir auch schon das Unheil auf uns zukommen, eine Formation dicker Regenwolken. Bis wir das Auto erreicht hatten, waren wir schon einmal vorgewaschen.



Ein neuer Plan musste her, denn der geplante Besuch der Kloster- oder auch Barockgärten in Blankenburg fiel nun buchstäblich ins Wasser. Darum führte unser Weg nun nach Rübeland, um die „Baumannshöhle“ zu besichtigen. Sie ist eine der beiden Tropfsteinhöhlen in diesem Örtchen. Die „Herrmannshöhle“ ist derzeit wegen aufwendiger Sicherungsarbeiten im Außenbereich geschlossen.

Die Baumannshöhle ist die älteste Schauhöhle Deutschlands, die bereits im 16. Jahrhundert durch den Bergmann Heinrich Baumann eher zufällig entdeckt wurde. Schon seit 1646 gibt es organisierte Führungen. Das Markenzeichen dieser Höhle ist der große Reichtum an ganz unterschiedlichen Tropfsteinformationen und – gebilden. In der Führung wird man tief hinein in die Harzer Berge geleitet und erfährt eine Menge über die Entstehung der Tropfsteine und die Höhlenbewohner.
Der wohl bekannteste Besucher ist und bleibt Johann-Wolfgang von Goethe, der gleich mehrfach zu Gast war. Er ist auch Namensgeber des größten Hohlraumes im Inneren der Höhle, dem Goethesaal. Dieser beherbergt eine unterirdische Naturbühne, auf der Theater-Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Auch das Ja-Wort können sich Paare dort geben. Bei nur 8°C und hoher Luftfeuchtigkeit! Bestimmt einzigartig.
Als wir wieder auftauchten, strahlte die Sonne. Weiter ging es nach Elbingerode, dem Ort der Vergangenheit, infolge dessen irgendwann später das Schicksal seinen Lauf nahm. Auf dem Hinterhof einer Bäckerei gab es einen Eisbecher, passend zum im Ort abgehalten Oldietreffen. Im Original-DDR-Eisbecher und mit damaligem Namen. Eis und Früchte waren aber frisch.
Zurück führte der Weg uns durch den Oberharz. Durch Orte mit den Namen Königshütte, Tanne, Hasselfelde, Stiege und Allrode. Und überall unterwegs fehlte der Wald. Ein erschreckendes Bild. Borkenkäfer, Trockenheit und Klimawandel, die Feinde der Fichten und Co. Rasant breiten sich die Kahlflächen im Harz aus. So haben sie sich im letzten Jahr um weitere 4000 Hektar vergrößert. Der Nationalpark Harz ist hierbei nicht mitgezählt!
Das Abendessen war dann eher unspektakulär. Alles, was der Kühlschrank so hergab.